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Die Gesellschaft des Fürsten
Prinz Xaver von Sachsen und seine Zeit

Katalogbuch zur gleichnamigen Ausstellung im Schloßbergmuseum Chemnitz 2009/10

ZITAT
"Der Katalog ist eine Augenweide – wie man sich im 18. Jahrhundert ausgedrückt hätte..."

Prof. Dr. Thomas Nicklas (Universität Reims) in seiner Eröffnungsrede im Schloßbergmuseum Chemnitz am Tag der Deutschen Einheit, 3.10.09

REZENSION (Auszug)
"... Der gesamte Band ist mit circa 150 Abbildungen exzellent illustriert und im Layout ansprechend aufgebaut. Die Vielzahl der mehrheitlich sehr guten Beiträge entwirft ein umfassendes Bild dieses Fürsten, der als militärisches Talent auf Europas Schlachtfeldern Aufsehen erregte, in amourösen Abenteuern in den Spuren seines berühmten Großvaters wandelte und schließlich die Grenzen adliger Konvention durch seine Heirat mit der Bürgerlichen Clara Maria Spinucci (1741-1792) weit überschritt. Was noch fehlt, ist ein umfassender biografischer Gesamtabriss, für den der vorliegende Band jedoch etliche umfangreiche Fragmente bietet. Ein fester Grundstein für einer Xaverbiografie ist somit gelegt."

Alexander Querengässer, in: Neues Archiv für sächsische Geschichte, Nr. 81, Dresden 2010, S. 324.


LESEPROB E
"Gemeinsam mit Frankreich zählte Kursachsen 1763 zu den großen politischen Verlierern des Siebenjährigen Krieges. Die polnische Königskrone war dahin, Preußen war definitiv zur zweiten deutschen Großmacht neben Österreich aufgestiegen und hatte den alten machtpolitischen Konkurrenten Sachsen endgültig in die zweite Reihe der deutschen Mittelstaaten zurückgedrängt. Das Land war in jeder Hinsicht ausgeblutet, die Kriegszerstörungen erwiesen sich als enorm, Selbstbescheidung schien geboten und wurde gesucht, und sie wurde gefunden im Mittel jenes ‘Rétablissement’, das eine Staatsreform an Haupt und Gliedern verhieß, und dessen maßgeblicher Mentor Prinz Xaver von Sachsen gewesen ist.
Geboren wurde Xaver im Jahr 1730 als zweiter Sohn von Kurfürst Friedrich August II. und dessen Gemahlin Maria Josepha von Österreich. Da der sächsische Kurfürst, der 1734 die polnische Königswürde erlangt hatte und als August III. seitdem auch über die Adelsmonarchie Polen herrschte, bereits im Jahr 1722 Vater eines Sohnes, des Kurprinzen Friedrich Christian, geworden war, blieb Xaver die Kurwürde dauerhaft verwehrt. Während des Siebenjährigen Krieges (1756–1763) zeichnete sich der junge Prinz auf militärischem Gebiet als Kommandeur eines sächsischen Kontingents im Kampf gegen Preußen aus. Dabei suchte er als typischer Heerführer des Rokoko die ‘gloire’ in der Schlacht, doch hatte auch er schon damals weit öfter mit der prekären Finanzlage als mit dem Feind zu kämpfen. Seine häufige Abwesenheit vom ‘Felde’ war dabei sowohl zahlreichen bürokratischen Verpflichtungen als auch mancherlei amourösen Abenteuern geschuldet. Gleichwohl blieb sein Handeln stets auf ein Ziel orientiert: die Befreiung Sachsens.
Als Xavers älterer Bruder Friedrich Christian im September 1763 nach nur zehnwöchiger kurfürstlicher Regierungstätigkeit an den Blattern gestorben war, übernahm Xaver für Friedrich Christians minderjährigen Sohn Friedrich August die kurfürstliche Regentschaft. Eine Zeitlang war Prinz Xaver dann gar als Kandidat für die polnische Königskrone im Gespräch – die damit verbundenen Perspektiven erschienen ihm freilich wenig verlockend. So beschied er sich denn mit seinem sächsischen Wirkungsfeld und trieb hier zwischen 1763 und 1768 als Administrator des Kurfürstentums in Stellvertretung für seinen unmündigen Neffen Friedrich August mit großer Energie das von seinem Bruder begonnene Rétablissement, den Wiederaufbau seiner vom Siebenjährigen Krieg schwer zerstörten und finanziell ruinierten Heimat voran."

Frank-Lothar Kroll / Hendrick Thoss


Oben: Louis de Silvestre: Kinderbildnis Prinz Xaver von Sachsen, Öl auf Leinwand, 1731. Schloss Hämelschenburg, Lippold Baron von Klencke.

Darunter: Feinbohrmaschine für das Bohren der Nadelbetten von Wirkstühlen, Holz, Eisen, Ende des 18. Jahrhunderts. Schloßberg-
museum Chemnitz.

Gegenüber: Friedrich der Große mit
seinen Lieblingshunden Alcmene und Hasenfuß, Porzellanfigur (H 63 cm) nach der bekannten Skulptur von Gottfried Schadow, Porzellanmanufaktur Volkstädt, Thüringen, um 1900. Museum Schloss Lichtenwalde.

Unten links: Adrian Zingg: Die Augustusburg, sepiagetönte Radierung, um 1790. Schloßbergmuseum Chemnitz.

Unten rechts: Gala- und Offiziersdegen, sächsisch und französisch, Stahl, Silber, Messing vergoldet, Mitte des 18. Jahrhunderts. Schloßbergmuseum Chemnitz.

   
   

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