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Spiegelbilder. Europäische und amerikanische Porträtdaguerreotypie 1840-1860.
Begleitbuch zur gleichnamigen Ausstellung des Schloßbergmuseums Chemnitz

"Versilberte, polierte Kupferplatten – und darauf die Gesichter einer Zeit: In Chemnitz sind Porträtdaguerreotypien des 19. Jahrhunderts aus England und Amerika zu sehen

Durch das Polieren der versilberten Kupferplatte, die als Träger des fotografischen Bildes fungierte, entstand eine mit einem Spiegel vergleichbare Metalloberfläche. Der Amerikaner Oliver Wendell Holmes (1809–1894) prägte deshalb die Metapher vom „Spiegel mit Gedächtnis“ für die frühen Fotografien, die nach dem Schöpfer des 1839 veröffentlichten Verfahrens, dem Pariser Lithografen, Landschaftsmaler und Dioramenbesitzer Jacques Mandé Daguerre (1787–1851), Daguerreotypien heißen (vgl. WELTKUNST 9/2005). Diesen empfindlichen Lichtbildern widmet sich jetzt das Chemnitzer Schlossbergmuseum mit der Ausstellung „Spiegelbilder. Europäische und amerikanische Porträtdaguerreotypie 1840–1860“. In der aufwändigen Schau, die den künstlerischen Aspekt der Porträts betont, sind 100 dieser fotografischen Unikate zu sehen.
Mit der Ausstellung tritt erstmals das Chemnitzer Sammlerpaar May und Jochen Voigt in die museale Öffentlichkeit. Die Fotografin und der Professor für Design – beide lehren am Fachbereich Angewandte Kunst der Westsächsischen Hochschule Zwickau in Schneeberg – entdeckten die Daguerreotypie vor gut 20 Jahren für sich, inspiriert vom Interesse an historischer Fotografie und am Porträt. Seitdem hat sie das spiegelnde Faszinosum nicht mehr losgelassen, und sie haben eine Kollektion aufgebaut, die durchaus mit denen vieler deutscher Museen konkurrieren kann. Zugleich engagiert sich das Sammlerpaar für die wissenschaftlich-publizistische wie restauratorische Aufarbeitung der Daguerreotypie (siehe www.daguerreotype-gallery.de).
Für die Ausstellung haben sie neben Arbeiten unbekannter früher Fotografen zahlreiche Werke bekannter Lichtbildner ausgewählt, darunter Southworth & Hawes (Boston), Rufus Anson (New York City), Antoine François Claudet und William Edward Kilburn (London), François Désiré Millet (Paris), Andreas Groll (Wien), Carl Ferdinand Stelzner (Hamburg) und Bertha Wehnert-Beckmann (Leipzig). Die Internationalität von Sammlung und Schau lässt die „Spiegelbilder“ zugleich zum Zeitspiegel werden."

(Dr. Ingrid Koch, WELTKUNST, Nr. 12/2007, S. 10)

"Von der Unschuld des ersten Augenblicks
Das Schlossbergmuseum Chemnitz stellt eine opulente Sammlung europäischer und amerikanischer Dagerreotypien aus.
Von Marlene Dietrich ist die Klage überliefert, man habe sie "zu Tode fotografiert". In der Intimität des Chemnitzer Schlossbergmuseums erfährt man dagegen die Unschuld des ersten Augenblicks. Das gedämpfte Licht kommt von oben, die kleinformatigen Daguerreotypien von Richard Beard, Soutworth & Hawes, Johann Eberhard Feilner und anderen, oft anonymen Meistern liegen thematisch geordnet in Vitrinen. Bei diesen frühen Porträts, so gewinnt man angesichts der Fundstücke aus den Beständen des Sammlerehepaares May und Jochen Voigt Eindruck, wissen die Menschen bisweilen noch gar nicht, was sie von der Kamera zu erwarten haben. ...

(Gabriele Mayer, FAZ, 5.12.2007, Seite 39)


Oben: Familie Schabbehardt aus Bremen, daguerreotypiert von Eduard Feilner um 1845


Darunter: Selbstporträt des englischen Amateurdaguerreotypisten Richard Dykes Alexander mit Frau Anne beim Lesen eines Briefes, Ipswich (England) um 1845


Gegenüber: Porträt einer jungen Frau, daguerreotypiert von A. F. Claudet in London, 1850er Jahre.


Unten links: Porträt des Fürsten Maximilian von Leuchtenberg-Romanow, daguerreotypiert um 1850 in Moskau von Jossif Iwanowitsch Peychez.


Unten rechts: Bildnis eines Mädchens mit Hermelin, daguerreotypiert von Rufus Anson in New York City, 1850er Jahre.

   
   

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