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Der Kelch der bittersten Leiden
Katalogbuch zur gleichnamigen Ausstellung im Schloßbergmuseum Chemnitz 2008

REZENSION (Auszug)

" ... Dass die Industriestadt Chemnitz besonders in der Spätphase des Zweiten Weltkrieges intensive Berührungen mit kriegerischen Ereignissen hatte und durch alliierte Bombenangriffe schwer zerstört wurde, ist hinlänglich bekannt. Die Stadt kann jedoch auch auf eine eigene Militär- und Garnisongeschichte zurückblicken, die bis weit in das 17. Jahrhundert reicht. Auf das Heftigste erschüttert wurde der Raum zwischen Vogtland, Erzgebirge und dem Muldental vom Dreißigjährigen Krieg. Die Tatsache, dass nur etwa jeder dritte Chemnitzer diese Katastrophe überlebte, zeigt nicht nur, dass die Stadt tatsächlich "mehr denn gantz verheeret" worden ist, wie es Andreas Gryphius formulierte. Diese tiefe Zäsur war auch Anlass genug für das Schlossbergmuseum Chemnitz unter Leitung von Uwe Fiedler, dem "Zeitalter von Gryphius und Wallenstein" erstmalig ein wissenschaftliches Kolloquium sowie im Jahr 2008 eine umfangreiche Sonderaustellung nebst einer dazugehörigen Publikation zu widmen. Letztere möchte - soviel sei vorweggenommen- nicht nur Katalog, sondern gleichfalls "wissenschaftliches Kompendium und opulentes Bilder-Lese-Buch" sein. Folglich erwartet den Leser auf über 230 großformatigen Seiten weit mehr als eine Aufstellung und Erläuterung der Exponate (diese finden sich im "Auswahlkatalog" im letzten Drittel des Werkes). Chemnitz und der Dreißigjährige Krieg erfahren in fünfzehn Beiträgen eine wahrlich interdisziplinäre Betrachtung: Ausgewiesene Museologen, Historiker, Theologen sowie Musik,- Kunst- und Literaturwissenschaftler durchleuchten das Zeitalter nicht nur aus der Perspektive des reinen Kriegsgeschehens, sondern aus dem Blickwinkel seiner Wechselwirkungen unter anderem auf die Poesie und das Musikleben, auf die bildende Kunst, die Lage der Kirchgemeinden und der Gewerbelandschaft sowie der Diplomatie und Politik... Die opulente Kraft der Bilder und ihre Farbigkeit nutzend, von hoher optischer wie haptischer Wertigkeit, empfiehlt sich das Werk nachhaltig und gleichermaßen für das Studium durch Wissenschaftler und durch historisch Interessierte.

Marcus von Salisch
(Militärgeschichtliche Zeitung, Nr. 69/2010, herausgegeben vom Militärgeschichtlichen Forschungsamt, Potsdam)


Oben: Kirchenleuchter, Meister IS, Augsburg um 1675. Ev.-luth. Kirchgemeinde St. Jacobi, Chemnitz

Darunter: Skulptur des kursächsischen Obristen, Oberhofmarschalls und Landvogts der Oberlausitz, Dietrich Freiherr von Taube. Von einem Epitaph in der Kirche zu Neukirchen, Leihgabe an das Schloßbergmuseum Chemnitz.

Gegenüber: Der Feldharnisch des sächsischen Kurfürsten Johann Georg I., Eisen, getrieben, gebläut, Beschläge aus Kupfer getrieben, ver-
goldet; Nietköpfe vergoldet, mit blauem Samt vorgeschossen, Jacob Jöringk zugeschrieben, Dresden um 1640. Rüstkammer, Staatliche Kunstsammlungen Dresden.

Unten links: Tischplatte aus Ebenholz, Elfenbein und Jacaranda, Augsburg um 1625/30, Werkstatt des Ulrich Baumgartner zugeschrieben. Schloßbergmuseum Chemnitz.

Unten rechts: Skulptur eines Engels von Johann Heinrich Böhme d. Ä., Schneeberg,
2. Hälfte 17. Jahrhundert. Schloßbergmuseum Chemnitz.

   
   

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